
Private Ausflüge in Danzig ab Gdingen erfordern ein Höchstmaß an Organisation. Wer glaubt, die Arbeit eines Reiseakquisiteurs und Urlaubsdesigners spiele sich nur vor dem Bildschirm ab, wurde in den letzten Tagen eines Besseren belehrt. Hinter mir liegt eine intensive, facettenreiche Woche, die logistisch eine absolut fehlerfreie, uhrwerkähnliche Präzision verlangte.
Alles begann am Mittwoch in Jarosławiec (Jershöft) im Hotel Król Plaza. Gemeinsam mit Frau Daria habe wir die Pläne für die kommende Saison geschmiedet. Zudem stellte ich meine persönliche Idee für gemütliche Runden bei Bier und hausgemachten, regionalen Wurstspezialitäten vor. Noch na dem Rückweg koordinierte ich deshalb telefonisch mit Frau Claudia aus Bayern die Logistik für Kunden aus Tschechien.
Donnerstag und Freitag standen ganz im Zeichen großer Gruppenarrangements. Während ich mich selbst auf den Weg zu den beeindruckenden Wanderdünen in Łeba (Leba) machte, übergab ich eine 50-köpfige Gruppe der polnischen Staatsforsten in Ustka (Stolpmünde) in die vertrauensvollen Hände meines Kollegen Andrzej. Am Freitag übernahm ich dann eine weitere Gruppe dieser Institution persönlich für eine kompakte, 90-minutige, aber sehr entspannte Führung durch die charmanten Ecken von Ustka. Der Samstag bot das klassische Regionalprogramm: Köslin (Koszalin) und Kolberg (Kołobrzeg) für 12 Gäste aus dem Hotel Lidia, während Kollege Krzysztof parallel den Transfer für Medikur auf der Strecke Ustka–Mielno absicherte.
Die wahre logistische Meisterprüfung folgte jedoch am Sonntag. Nach einer frühen Zugfahrt nach Gdynia (Gdingen) hieß es pünktlich um 10:00 Uhr: Treffpunkt im Hafen. Hier übernahm ich 21 Gäste sowie die charmante Reiseleiterin Frau Gene vom Luxusliner Mein Schiff 7. Auf dem Programm stand Danzig samt Freizeit. Dabei kam es zu einem fantastischen Zufall, denn ich traf mich spontan mit acht meiner engen Freunde aus Stendal bei Magdeburg, die für einen Tagesausflug in Danzig waren! Ein gemeinsames Mittagessen und ein Gläschen echtes Danziger Goldwasser durften daher natürlich nicht fehlen. Um 16:00 Uhr folgte schließlich das absolute Highlight: das Orgelkonzert im Oliven-Dom (Oliwa). Zeitgleich betreute Marian absolut zuverlässig eine weitere Gruppe in der Stadt. Ein schönes historisches Detail am Rande: All das passierte exakt am Geburtstag von Daniel Gabriel Fahrenheit!
Um am nächsten Morgen keine Sekunde zu verlieren, übernachtete ich folglich in Zoppot (Sopot). Am Montag um 06:15 Uhr stand ich bereits wieder parat im Hafen von Gdynia. Um 07:00 Uhr ging es im Reisebus mit 49 Passagieren der AIDA los. Ein klassisches, perfekt durchgetaktetes Danzig-Programm inklusive Freizeit stand an. Um 13:00 Uhr erreichten wir planmäßig wieder den Hafen. Nach der Verabschiedung der AIDA-Gäste brachte mich der Busfahrer netterweise direkt zum Bahnhof, von wo aus es zurück nach Hause ging.
Während ich diese Zeilen tippe, werfe ich einen Blick auf die Uhr, denn gleich klopft es an der Tür. Zeit für die Deutschstunde mit meinem Sprachschüler. Echtes Handwerk kennt eben keine Pausen!
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